Promotio sub auspiciis praesidentis rei publicae

Promotio sub auspiciis praesidentis rei publicae

Mit dem Dies Academicus gedenkt die Universität Wien ihrer Gründung am 12. März 1365. Nach einer Kranzniederlegung am Grabe Rudolphs des Stifters im Stephansdom findet alljährlich die "Promotio sub auspiciis praesidentis rei publicae" an der Alma Mater Rudolphina Vindobonensis statt.

Die Promotion unter den Auspizien des Bundespräsidenten ist eine österreichische Art der Auszeichnung für hervorragende Studienleistungen. In ihren Genuss kommen JungdoktorInnen, die die Oberstufe des Gymnasiums mit sehr gutem Erfolg absolviert und die Prüfungen als auch das Diplom- und Doktoratsstudium an der Universität mit Auszeichnung bestanden haben. Darüber hinaus kennzeichnet sie ein Verhalten, das sich "sowohl an der Hochschule als auch außerhalb derselben als auszeichnungswürdig erwiesen hat".

Promotio sub auspiciis imperatoris

Bei der "promotio sub auspiciis imperatoris" erhielt der Kandidat ein persönliches Geschenk des Kaisers (Kette, Medaillon, Ring). Das Geschenk bestand in der älteren Zeit bei der Promotion zum Bakkalaureus meist aus einer goldenen Kette, der bei der Promotion zum Magister ein Medaillon mit einem Bild des Kaisers beigefügt wurde.

1779 kommt dann erstmal der im 19. Jahrhundert gebräuchliche Brillantring mit den Initialen des Herrschers vor. Die Feier fand im Theatersaal des Akademischen Kollegs (Bäckerstraße) statt. Am Rednerpult war der Promotor, davor die beiden Promovenden, im Zentrum des Zuschauerraumes der Monarch, links der Universitätskanzler und der Rektor hinter einem Pedell mit Rektorsszepter.

Die "sub auspiciis" Promotionen nahmen von der seit 1623 von den Jesuiten geleiteten Artistenfakultät ihren Ausgang. Ihre Wurzeln liegen wohl in der seit Kaiser Friedrich III. vorgenommenen Dichterkrönungen einerseits, in den feierlichen Promotionen der Jesuiten andererseits. Die Promotion "sub auspiciis imperatoris" war eine spezifisch österreichische Einrichtung.

Franz Gall, Alma Mater Rudolphina, 1365-1965, (Wien 1965), S. 106-108